Die vier Zonen eines Gartenteichs
Jede Wasserpflanze hat eine Wassertiefe, in der sie funktioniert. Wer das ignoriert, verliert entweder die Pflanze oder investiert in Arten, die nie richtig anwachsen. Ein Teich wird deshalb in Zonen geplant, nicht als Wanne.
| Zone | Tiefe | Typische Arten | Funktion |
|---|---|---|---|
| Sumpfzone | 0 bis 10 cm | Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Wasserminze | Übergang zum Ufer, Nährstoffaufnahme |
| Flachwasserzone | 10 bis 40 cm | Kalmus, Rohrkolben, Froschlöffel | Hauptzone für Struktur und Sichtschutz |
| Tiefwasserzone | 40 bis 100 cm | Seerose, Teichrose, Laichkraut | Beschattung der Oberfläche |
| Unterwasserzone | Beliebig, submers | Hornkraut, Wasserpest, Tausendblatt | Sauerstoffeintrag und Nährstoffkonkurrenz zu Algen |
Die Unterwasserzone ist die, die am häufigsten vergessen wird, obwohl sie die meiste Arbeit leistet. Hornkraut und Tausendblatt entziehen dem Wasser genau die Nährstoffe, von denen sonst Algen leben. Ein Teich ohne submerse Pflanzen ist ein Teich mit Algenproblem.
Warum Teiche kippen
Grünes Wasser oder Fadenalgen sind keine Krankheit, sondern eine Bilanz. Es kommen mehr Nährstoffe ins System, als die Pflanzen aufnehmen. Die Quellen sind fast immer dieselben: Herbstlaub, das im Wasser verrottet, Fischfutter, gedüngter Rasen direkt am Ufer und Erde, die bei Regen eingespült wird.
- Im Herbst Netz spannen, bevor das Laub fällt.
- Einen ungedüngten Randstreifen von mindestens einem Meter lassen.
- Fische nur so viel füttern, wie in fünf Minuten gefressen wird.
- Fadenalgen mechanisch herausdrehen und abtransportieren, nicht am Ufer liegen lassen.
- Unterwasserpflanzen aufstocken, statt Algenmittel nachzukippen.
Seerosen richtig setzen
Seerosen werden nach Wuchsstärke gekauft, nicht nach Blütenfarbe. Eine starkwüchsige Sorte in einem kleinen Teich deckt nach drei Jahren die gesamte Oberfläche ab und nimmt allem anderen das Licht. Für Teiche unter fünf Quadratmetern sind zwerg- und schwachwüchsige Sorten die richtige Wahl.
Gepflanzt wird in einen Pflanzkorb mit schwerem, nährstoffarmem Substrat, abgedeckt mit einer Kiesschicht, damit nichts aufschwimmt. Der Korb wird anfangs flacher gestellt und erst nach dem Anwachsen auf Endtiefe abgesenkt. Verblühtes und gelbes Laub wird laufend entfernt, sonst verrottet es im Teich und liefert genau die Nährstoffe, die man dort nicht will.
Der Teich im Winter
Die wichtigste Regel: Eis darf nie vollständig geschlossen sein, wenn Fische im Teich leben. Faulgase müssen entweichen können. Ein Eisfreihalter oder ein Bündel Schilf funktioniert dafür, ein Loch ins Eis zu schlagen dagegen nicht, weil die Druckwelle Fische schädigt.
Vor dem Winter kommen abgestorbene Pflanzenteile heraus, Pumpen und Filter werden bei Frostgefahr entnommen oder tief gesetzt, und nicht winterharte Arten wandern in einen frostfreien Eimer mit Wasser. Winterharte Seerosen bleiben im Teich, solange ihr Korb unterhalb der Eisgrenze steht.
Aquarium: dieselbe Logik, anderes Gefäß
Auch im Becken konkurrieren Pflanzen und Algen um dieselben Nährstoffe. Ein dicht bepflanztes Aquarium hat deutlich seltener Algenprobleme als ein spärlich bepflanztes, weil die Pflanzen den Vorsprung haben. Für den Einstieg eignen sich Anubias, Javafarn, Cryptocorynen und Vallisnerien: Sie kommen mit moderatem Licht aus und brauchen keine CO2-Anlage.
Wer gestalterisch weitergehen will, landet beim Aquascaping, also der bewussten Komposition von Bodengrund, Hardscape und Pflanzengruppen. Wie das aufgebaut wird, steht unter Aquascaping: Wasserpflanzen im Aquarium gestalten.
Was Teichpflanzen im Jahresverlauf brauchen
| Zeit | Arbeit |
|---|---|
| März bis April | Rückschnitt abgestorbener Halme, Teilen zu groß gewordener Horste, Pumpe zurück |
| Mai bis Juni | Neupflanzung, Unterwasserpflanzen ergänzen, erste Fadenalgen entfernen |
| Juli bis August | Wasserstand kontrollieren, Seerosenlaub ausdünnen, verblühtes entfernen |
| September bis Oktober | Laubnetz spannen, empfindliche Arten einholen, Rückschnitt vorbereiten |
| November bis Februar | Eisfreihalter, Technik frostsicher, ansonsten Ruhe halten |