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Thema

Wasserpflanzen & Teich

Aquarium, Gartenteich, Seerosen und Winterpflege - Wasserpflanzen richtig auswählen und in Balance halten.

Kurz gesagt

Ein Teich bleibt klar, wenn Pflanzen die Nährstoffe verbrauchen, bevor Algen es tun. Der Hebel liegt bei Unterwasserpflanzen und Beschattung der Oberfläche, nicht bei Chemie oder stärkeren Pumpen.

Die vier Zonen eines Gartenteichs

Jede Wasserpflanze hat eine Wassertiefe, in der sie funktioniert. Wer das ignoriert, verliert entweder die Pflanze oder investiert in Arten, die nie richtig anwachsen. Ein Teich wird deshalb in Zonen geplant, nicht als Wanne.

Zone Tiefe Typische Arten Funktion
Sumpfzone 0 bis 10 cm Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Wasserminze Übergang zum Ufer, Nährstoffaufnahme
Flachwasserzone 10 bis 40 cm Kalmus, Rohrkolben, Froschlöffel Hauptzone für Struktur und Sichtschutz
Tiefwasserzone 40 bis 100 cm Seerose, Teichrose, Laichkraut Beschattung der Oberfläche
Unterwasserzone Beliebig, submers Hornkraut, Wasserpest, Tausendblatt Sauerstoffeintrag und Nährstoffkonkurrenz zu Algen

Die Unterwasserzone ist die, die am häufigsten vergessen wird, obwohl sie die meiste Arbeit leistet. Hornkraut und Tausendblatt entziehen dem Wasser genau die Nährstoffe, von denen sonst Algen leben. Ein Teich ohne submerse Pflanzen ist ein Teich mit Algenproblem.

Warum Teiche kippen

Grünes Wasser oder Fadenalgen sind keine Krankheit, sondern eine Bilanz. Es kommen mehr Nährstoffe ins System, als die Pflanzen aufnehmen. Die Quellen sind fast immer dieselben: Herbstlaub, das im Wasser verrottet, Fischfutter, gedüngter Rasen direkt am Ufer und Erde, die bei Regen eingespült wird.

Seerosen richtig setzen

Seerosen werden nach Wuchsstärke gekauft, nicht nach Blütenfarbe. Eine starkwüchsige Sorte in einem kleinen Teich deckt nach drei Jahren die gesamte Oberfläche ab und nimmt allem anderen das Licht. Für Teiche unter fünf Quadratmetern sind zwerg- und schwachwüchsige Sorten die richtige Wahl.

Gepflanzt wird in einen Pflanzkorb mit schwerem, nährstoffarmem Substrat, abgedeckt mit einer Kiesschicht, damit nichts aufschwimmt. Der Korb wird anfangs flacher gestellt und erst nach dem Anwachsen auf Endtiefe abgesenkt. Verblühtes und gelbes Laub wird laufend entfernt, sonst verrottet es im Teich und liefert genau die Nährstoffe, die man dort nicht will.

Der Teich im Winter

Die wichtigste Regel: Eis darf nie vollständig geschlossen sein, wenn Fische im Teich leben. Faulgase müssen entweichen können. Ein Eisfreihalter oder ein Bündel Schilf funktioniert dafür, ein Loch ins Eis zu schlagen dagegen nicht, weil die Druckwelle Fische schädigt.

Vor dem Winter kommen abgestorbene Pflanzenteile heraus, Pumpen und Filter werden bei Frostgefahr entnommen oder tief gesetzt, und nicht winterharte Arten wandern in einen frostfreien Eimer mit Wasser. Winterharte Seerosen bleiben im Teich, solange ihr Korb unterhalb der Eisgrenze steht.

Aquarium: dieselbe Logik, anderes Gefäß

Auch im Becken konkurrieren Pflanzen und Algen um dieselben Nährstoffe. Ein dicht bepflanztes Aquarium hat deutlich seltener Algenprobleme als ein spärlich bepflanztes, weil die Pflanzen den Vorsprung haben. Für den Einstieg eignen sich Anubias, Javafarn, Cryptocorynen und Vallisnerien: Sie kommen mit moderatem Licht aus und brauchen keine CO2-Anlage.

Wer gestalterisch weitergehen will, landet beim Aquascaping, also der bewussten Komposition von Bodengrund, Hardscape und Pflanzengruppen. Wie das aufgebaut wird, steht unter Aquascaping: Wasserpflanzen im Aquarium gestalten.

Was Teichpflanzen im Jahresverlauf brauchen

Zeit Arbeit
März bis April Rückschnitt abgestorbener Halme, Teilen zu groß gewordener Horste, Pumpe zurück
Mai bis Juni Neupflanzung, Unterwasserpflanzen ergänzen, erste Fadenalgen entfernen
Juli bis August Wasserstand kontrollieren, Seerosenlaub ausdünnen, verblühtes entfernen
September bis Oktober Laubnetz spannen, empfindliche Arten einholen, Rückschnitt vorbereiten
November bis Februar Eisfreihalter, Technik frostsicher, ansonsten Ruhe halten

Häufige Fragen

Wie viele Wasserpflanzen braucht ein Gartenteich?

Als Richtwert sollte etwa ein Drittel bis die Hälfte der Wasseroberfläche bepflanzt oder beschattet sein. Zu wenig Bepflanzung führt zu Algen, weil Nährstoffe und Licht ungenutzt bleiben.

Warum kippt mein Teich im Sommer?

Meist durch Nährstoffüberschuss bei gleichzeitig hoher Wassertemperatur. Laub, Fischfutter und Dünger aus angrenzenden Beeten sind die häufigsten Quellen. Mehr Unterwasserpflanzen und weniger Eintrag wirken zuverlässiger als jedes Mittel.

Müssen Seerosen im Winter aus dem Teich?

Winterharte Seerosen bleiben drin, sofern ihr Standkorb unterhalb der Eisgrenze steht, also meist ab 60 bis 80 Zentimeter Wassertiefe. Tropische Sorten müssen frostfrei überwintert werden.

Brauchen Aquarienpflanzen zwingend CO2?

Nein. Anspruchslose Arten wie Anubias, Javafarn oder Cryptocorynen wachsen auch ohne. CO2 wird erst nötig, wenn viel Licht auf schnellwachsende Stängelpflanzen trifft, sonst entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Algen.

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