Zwei Gruppen, zwei völlig verschiedene Ansprüche
Wer Rosmarin und Petersilie in dasselbe Beet setzt, wird mit einem von beiden unglücklich. Die Trennlinie verläuft zwischen mediterranen Arten, die aus kargen, sonnigen Lagen stammen, und heimischen Blattkräutern, die feuchteren und nährstoffreicheren Boden gewohnt sind.
| Gruppe | Arten | Boden | Standort |
|---|---|---|---|
| Mediterran | Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Lavendel | Mager, durchlässig, gern sandig | Volle Sonne |
| Blattkräuter | Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Dill, Basilikum | Humos, gleichmäßig feucht | Sonnig bis halbschattig |
| Wuchernde | Minze, Melisse, Estragon | Beliebig, aber begrenzen | Halbschatten, unbedingt in Wurzelsperre |
Minze und Melisse gehören in einen eingegrabenen Topf oder ein eigenes Beet. Wer sie frei auspflanzt, hat nach zwei Jahren ein Minzbeet und daneben Reste von allem anderen.
Kräuterbeet planen
Ein funktionierendes Kräuterbeet hat drei Eigenschaften: Es liegt nah am Haus, weil man sonst nicht hingeht, es ist von einer Seite erreichbar, ohne hineinzutreten, und es sortiert nach Wasserbedarf statt nach Optik. Eine bewährte Anordnung ist eine Spirale oder ein Beet mit Gefälle: oben mager und trocken für die mediterranen Arten, unten feuchter für Blattkräuter.
Zu viel Kompost ist bei Kräutern kontraproduktiv. Auf fettem Boden wachsen sie üppig, bilden aber weniger ätherische Öle und schmecken flacher. Bei mediterranen Arten kommt hinzu, dass weiches Gewebe schlechter durch den Winter kommt. Grundlagen zur Beetplanung stehen unter Garten gestalten.
Fensterbank: was geht und was nicht
Die Supermarkt-Topfpflanze ist keine Zimmerpflanze, sondern ein Erntesteckling. In einem Topf stehen oft zwanzig bis vierzig Einzelpflanzen, die sich gegenseitig um Licht und Wurzelraum bringen. Deshalb kippt so ein Topf typischerweise nach zwei Wochen um.
Was hilft: Direkt nach dem Kauf teilen und in zwei bis drei größere Töpfe umsetzen, hell stellen und von unten gießen. Oder gleich selbst aussäen, das ist bei Schnittlauch, Kresse und Basilikum eine Sache von Wochen. Wie Anzucht praktisch läuft, steht unter Vermehrung und Anzucht.
Ernten und Trocknen
- Zeitpunkt. Vormittags, nach dem Abtrocknen des Taus, kurz vor der Blüte. Bei Blattkräutern lieber regelmäßig ernten, das hält die Pflanze buschig.
- Schnitt. Nie mehr als ein Drittel auf einmal. Bei Salbei und Lavendel nicht ins alte Holz schneiden, dort treiben sie schlecht wieder aus.
- Trocknen. Luftig, dunkel, unter 35 Grad. Kleine Bündel kopfüber oder locker auf einem Gitter. Fertig ist es, wenn Blätter rascheln und Stängel brechen statt biegen.
- Lagern. Ganz gelassen und erst vor Gebrauch zerrieben, in dunklen, dicht schließenden Gefäßen. Gemahlen verliert das Aroma innerhalb von Wochen.
Kräutertee selbst mischen
Aus getrockneten Kräutern lässt sich ohne Aufwand eine eigene Teemischung bauen. Sinnvoll ist ein Aufbau aus drei Rollen: eine Basis, die den Hauptteil ausmacht und mild schmeckt, etwa Melisse oder Brennnessel; eine Charakterkomponente wie Pfefferminze, Salbei oder Thymian; und eine kleine aromatische Spitze wie Fenchelsamen oder getrocknete Zitronenschale.
Als Richtwert werden ein bis zwei Teelöffel getrocknete Mischung mit 200 Millilitern heißem Wasser übergossen und je nach Kraut fünf bis zehn Minuten abgedeckt gezogen. Blattkräuter geben ihr Aroma schnell ab, Samen und Wurzeln brauchen länger und sollten vorher angestoßen werden.
Heilpflanzen: was wir sagen und was nicht
Viele der Pflanzen in diesem Bereich haben eine lange Verwendungsgeschichte, und für einige gibt es belastbare Untersuchungen. Trotzdem ist ein Pflanzenratgeber nicht der Ort für Heilversprechen. Wir beschreiben, welche Art wie erkannt und angebaut wird, was traditionell daraus zubereitet wurde und wo Verwechslungsgefahr besteht.
Bei der Verwechslungsgefahr wird es ernst. Bärlauch und Maiglöckchen wachsen am selben Standort und sehen einander im Frühjahr ähnlich, Maiglöckchen ist stark giftig. Wer sammelt, braucht ein sicheres Bestimmungsmerkmal und nicht nur ein Gefühl. Für gesundheitliche Fragen und für alles, was eingenommen wird, sind Ärztin, Arzt oder Apotheke zuständig.
Exotische Arten im deutschen Klima
Zitronengras, Thai-Basilikum, Kurkuma oder Ingwer lassen sich hier kultivieren, brauchen aber Wärme und einen frostfreien Winterplatz. Was davon im Topf tatsächlich funktioniert und welche Arten realistisch scheitern, steht ausführlich unter Exotische Kräuter und Gewürze selbst ziehen.