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Thema

Sukkulenten & Kakteen

Substrat, Winterruhe, Vermehrung, Terrarium - die häufigsten Fehler bei sukkulenten Pflanzen und wie man sie vermeidet.

Kurz gesagt

Sukkulenten scheitern fast nie an Trockenheit, sondern an Nässe bei zu wenig Licht. Wer mineralisch topft, erst nach vollständigem Abtrocknen gießt und im Winter kühl und trocken stellt, hat den größten Teil richtig gemacht.

Wie sukkulente Pflanzen funktionieren

Sukkulent heißt saftreich. Diese Pflanzen haben Gewebe entwickelt, das Wasser speichert: in Blättern wie bei Echeverien, im Stamm wie bei Kakteen oder in Wurzeln wie bei manchen Wolfsmilchgewächsen. Das ist die Antwort auf Standorte, an denen Regen selten kommt und dann in großer Menge.

Daraus folgt die gesamte Pflege. Ein Substrat, das dauerhaft feucht bleibt, simuliert für diese Pflanzen keinen guten Standort, sondern eine Überschwemmung, die nicht abläuft. Die Wurzeln faulen, und weil das Speichergewebe die Pflanze noch eine Weile am Leben hält, bemerkt man den Schaden oft erst, wenn er nicht mehr zu reparieren ist.

Substrat: das eine, was man nicht falsch machen darf

Handelsübliche Kakteenerde ist häufig immer noch zu torfhaltig. Bewährt hat sich eine Mischung mit hohem mineralischem Anteil, etwa die Hälfte bis zwei Drittel Bims, Lava, grober Sand oder Blähton, dazu ein Drittel bis die Hälfte Substrat. Der Effekt: Wasser läuft schnell durch, die Wurzeln bekommen Luft, und das Abtrocknen dauert Tage statt Wochen.

Ebenso wichtig ist der Topf. Ton atmet und trocknet schneller ab als Kunststoff, und ein Abzugsloch ist nicht verhandelbar. Dekorative Übertöpfe ohne Abfluss sind die häufigste Ursache für tote Sukkulenten in Wohnungen.

Gießen und die Winterruhe

Zeitraum Gießen Temperatur Dünger
März bis Mai Langsam wieder aufnehmen Ansteigend, ab 15 Grad Erste Gabe, halbe Dosierung
Juni bis August Alle 10 bis 14 Tage durchdringend Warm, gern draußen Alle 4 Wochen kaliumbetont
September bis Oktober Reduzieren Fallend Einstellen
November bis Februar Kaum bis gar nicht 8 bis 12 Grad, hell Keiner

Die kühle Winterruhe ist der Punkt, an dem sich Sammlungen unterscheiden. Sie ist nicht nur zulässig, sondern bei den meisten Kakteen Voraussetzung für Blüten im folgenden Jahr. Ein heller, frostfreier, ungeheizter Raum ist ideal: Treppenhaus, Schlafzimmer an der Nordseite, Wintergarten. Wer keinen solchen Platz hat, bekommt gesunde, aber blütenlose Pflanzen.

Vermehrung ist einfacher als bei fast allem anderen

Sukkulenten sind ausgesprochen vermehrungsfreudig, weil ihr Gewebe von sich aus auf Wasserknappheit ausgelegt ist und Schnittflächen gut verschließt.

Wichtig ist in allen Fällen die Trockenphase vor dem Eintopfen. Wer den frischen Schnitt sofort in feuchtes Substrat setzt, bekommt Fäulnis statt Wurzeln. Allgemeine Technik dazu unter Vermehrung und Anzucht.

Terrarien und Glasgefäße: die Wahrheit

Sukkulenten in geschlossenen Glasgefäßen sehen gut aus und funktionieren dauerhaft nicht. Im geschlossenen Glas steigt die Luftfeuchte, das Substrat trocknet praktisch nie ab, und genau das verträgt diese Pflanzengruppe am wenigsten. Offene, flache Schalen mit mineralischem Substrat und hellem Stand sind die haltbare Variante. Für geschlossene Gefäße eignen sich Moose und Farne deutlich besser.

Typische Schadbilder

Bild Ursache Reaktion
Weicher, glasiger Fuß, dunkel verfärbt Wurzel- und Stammfäule Gesunden Kopf abschneiden, trocknen, neu bewurzeln
Gestreckter, blasser Wuchs Lichtmangel Heller stellen, Kopfsteckling nehmen
Weiße Wattepolster in den Achseln Wollläuse Mechanisch entfernen, Pflanze isolieren
Braune, verkorkte Flecken an der Sonnenseite Sonnenbrand nach zu schnellem Standortwechsel Schrittweise gewöhnen, Schaden bleibt sichtbar

Sukkulenten als Deko

Als Tischschmuck, in Wandrahmen oder als bepflanzte Schale halten Sukkulenten deutlich länger als Schnittblumen, brauchen aber trotzdem Licht. Eine Schale mitten auf dem Esstisch ist ein Wechselplatz für zwei bis drei Wochen, kein Standort. Wer dekorieren möchte, arbeitet am besten mit zwei Sets, die sich am Fenster abwechseln. Zum Thema Tischschmuck insgesamt siehe Schnittblumen und Deko.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sukkulente und Kaktus?

Jeder Kaktus ist eine Sukkulente, aber nicht jede Sukkulente ein Kaktus. Kakteen erkennt man an den Areolen, kleinen Polstern, aus denen Dornen, Blüten und Triebe entstehen. Sie kommen bis auf eine Gattung ausschließlich aus Amerika.

Wie oft gieße ich Sukkulenten?

Im Sommer etwa alle zehn bis vierzehn Tage durchdringend, sobald das Substrat vollständig durchgetrocknet ist. Von November bis Februar bei kühlem Stand oft gar nicht.

Warum wird meine Sukkulente lang und dünn?

Das ist Vergeilung durch Lichtmangel. Die Pflanze streckt sich zur nächsten Lichtquelle. Rückgängig machen lässt sich das nicht, der gestreckte Teil bleibt. Man kann den Kopf abschneiden, bewurzeln und neu anziehen.

Blühen Kakteen in Wohnungshaltung?

Ja, aber meist nur nach einer kühlen und trockenen Winterruhe bei etwa 8 bis 12 Grad. Ohne diese Phase bleibt die Blüte bei vielen Arten dauerhaft aus.

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