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Blumen Vandermolen
Thema

Garten gestalten

Beetplanung, Stauden, Schattenlagen, vertikale Flächen und der Jahresrhythmus im Garten.

Kurz gesagt

Ein Garten wird gut, wenn er vom Standort her gedacht wird, nicht vom Wunschbild. Zuerst Licht, Boden und Wasser klären, dann Wege und Sitzplätze festlegen, erst danach Pflanzen auswählen.

Bestandsaufnahme vor Pflanzenliste

Der teuerste Fehler im Garten ist die Pflanze, die am falschen Platz steht. Sie kümmert ein paar Jahre, wird ersetzt, und der Nachfolger kümmert genauso. Deshalb steht am Anfang keine Einkaufsliste, sondern eine Beobachtung: Wo liegt vormittags Sonne, wo nachmittags? Welche Ecke bleibt nach Regen tagelang nass? Wo zieht Wind durch?

Für den Boden reicht die Fingerprobe. Feuchte Erde zwischen Daumen und Zeigefinger reiben. Sand knirscht und lässt sich nicht formen, Ton wird beim Rollen glänzend und klebt, Lehm liegt dazwischen und ist der bequemste Ausgangspunkt. Sandböden brauchen Kompost und Wasser, Tonböden Struktur und Geduld.

Struktur zuerst: Wege, Sitzplätze, Sichtachsen

Beete lassen sich verschieben, ein gepflasterter Weg nicht. Deshalb wird zuerst festgelegt, wo man geht und wo man sitzt. Ein praktischer Test: Über einen Sommer die Wege einfach austreten und schauen, wo tatsächlich gelaufen wird. Die Linie, die sich von selbst bildet, ist meist die richtige.

Ein Garten wirkt größer, wenn nicht alles auf einmal sichtbar ist. Eine Hecke, eine Staudengruppe oder ein Strauch, der den Blick teilt, schafft mehr Tiefe als jede Vergrößerung der Fläche. Wie Hecken so geschnitten werden, dass sie unten nicht verkahlen, steht unter Hecke richtig schneiden.

Staudenbeete, die nicht auseinanderfallen

Ein Staudenbeet funktioniert nicht durch Vielfalt, sondern durch Wiederholung. Zwanzig verschiedene Arten in Einzelexemplaren ergeben Unruhe. Drei bis fünf Arten in Gruppen von drei, fünf oder sieben Stück, über das Beet wiederholt, ergeben Ruhe und wirken größer.

Bewährt hat sich eine Aufteilung in drei Rollen:

Wichtiger als jede Liste ist die Blühfolge. Wenn im Beet nur Juni-Blüher stehen, ist es elf Monate lang grün. Ein Beet braucht Frühjahrszwiebeln, einen Sommerhöhepunkt, Spätblüher wie Astern und mindestens ein Gras, das über den Winter stehen bleiben darf.

Schatten ist kein Problem, sondern eine eigene Kategorie

Es gibt zwei sehr verschiedene Schattensituationen. Feuchter Schatten an der Nordseite eines Hauses ist ein hervorragender Standort: Funkien, Astilben, Farne und Elfenblume wachsen dort besser als in der Sonne. Trockener Schatten unter großen Bäumen ist der schwierigste Platz im Garten, weil Wurzeln Wasser und Nährstoffe abfangen.

Für trockenen Wurzeldruck funktionieren Waldsteinie, Elfenblume, Balkan-Storchschnabel und Immergrün. Sie brauchen im ersten Jahr Zuwendung, danach kommen sie allein zurecht. Ein Verzweiflungsschritt, der oft hilft: Fläche mulchen und zwei Jahre lang nur diese wenigen Arten setzen, statt jedes Jahr etwas Neues auszuprobieren.

Vertikale Flächen nutzen

Wo Grundfläche knapp ist, geht es nach oben. Rankgitter an Wänden, begrünte Zäune, Pflanztaschen und Stufenregale schaffen Anbaufläche ohne Beet. Wichtig ist die Statik der Bewässerung: In der Höhe trocknet Substrat deutlich schneller, und der obere Teil einer vertikalen Wand ist immer trockener als der untere. Ohne Tropfbewässerung wird das im Hochsommer schnell zur täglichen Pflicht.

Auch der Wintergarten gehört zu diesen Zusatzflächen, mit dem Unterschied, dass dort das Klima planbar ist. Was dort funktioniert, steht unter Wintergarten gestalten.

Der Jahresrhythmus

Zeit Schwerpunkt
Februar bis März Gehölzschnitt bei Frostfreiheit, Staudenrückschnitt, Beetplanung
April bis Mai Pflanzung, Aussaat ins Freiland, erste Beikrautrunde
Juni bis Juli Wässern, Ausputzen verblühter Stauden, Sommerschnitt an Formgehölzen
August bis September Stauden teilen und pflanzen, Zwiebeln setzen, Rasen nachsäen
Oktober bis November Laub abräumen wo nötig, Gehölzpflanzung, Winterschutz für Empfindliches
Dezember bis Januar Ruhe, Werkzeugpflege, Samen bestellen

Ein Hinweis zum Herbst: Nicht alles muss weg. Abgeblühte Stauden mit stabilen Stängeln, Samenstände und Gräser sind Winterquartier für Insekten und sehen bei Raureif besser aus als jedes leergeräumte Beet. Der Rückschnitt kann bis Februar warten.

Wasser sparen, ohne dass es auffällt

Vier Maßnahmen wirken deutlich mehr als häufigeres Gießen: mulchen, damit der Boden nicht verdunstet; seltener, aber durchdringend wässern, damit Wurzeln in die Tiefe gehen; morgens statt abends gießen; und standortgerecht pflanzen, sodass Trockenheitsverträger auf die sonnigen Lagen kommen. Regenwasser aus einer Zisterne oder Tonne rechnet sich schon in einem einzigen trockenen Sommer.

Häufige Fragen

Womit fange ich bei einem leeren Garten an?

Mit der Bestandsaufnahme, nicht mit der Pflanzenliste. Himmelsrichtung, Schattenverlauf über den Tag, Bodenart und Feuchte bestimmen, was später überhaupt funktioniert. Wege und Sitzplätze werden vor den Beeten festgelegt.

Wie erkenne ich meine Bodenart?

Mit der Fingerprobe. Feuchte Erde zwischen den Fingern rollen: bröselt sie und knirscht, ist es Sand. Lässt sie sich zu einer glänzenden Rolle formen, ist es Ton. Etwas dazwischen, das leicht formbar bleibt, ist Lehm und der beste Ausgangspunkt.

Was pflanze ich in den Schatten?

Funkien, Farne, Elfenblume, Waldsteinie und Purpurglöckchen für die Fläche, dazu Astilben, wenn es feucht bleibt. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen feuchtem Schatten und trockenem Wurzeldruck unter Bäumen.

Wann pflanze ich Stauden am besten?

Im September und Oktober. Der Boden ist warm, es regnet häufiger, und die Pflanzen wurzeln bis zum Frost ein. Frühjahrspflanzung funktioniert auch, braucht dann aber konsequentes Gießen im ersten Sommer.

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